Triathlon Linz Olympische Distanz, 02.06.2018

Auf der Suche nach neuen Zielen, hatte ich mich letztes Jahr dazu entschlossen ua. einen Triathlon zu bestreiten.

Trotz der günstigen Lage des Ironman Sankt Pölten der vor einer Woche stattfand, kam dieser noch zu früh. Ich wollte zuerst Erfahrungen bei kürzeren Distanzen sammeln, zu erschwinglichen Startgebühren. Also habe ich mich dazu entschieden beim Linz Triathlon über die olympische Distanz (900m Schwimmen/ 45km Rad / 10,5km laufen) an den Start zu gehen. Die Kosten von insgesamt 59 Euro (inkl. Triathlontageslizenz) waren im Gegensatz zum Ironman überschaubar.

Startvorbereitungen Triathlon Linz

In Linz, genauer gesagt am Pleschinger See um 10 Uhr angekommen, ging es gleich zur unkomplizierten Anmeldung während die Teilnehmer der Sprintdistanz gerade im Wasser waren. Da kam dann auch schon die Aufregung und das Kribbeln wie vor meinem ersten Dirtrun hoch.

Zuschauer beim Schwimmausstieg der Sprint-Distanz
Zuschauer beim Schwimmausstieg der Sprint-Distanz

Um 11:00 Uhr weiter zum Bike Check-In wo auch die Wechselzone einzurichten war. Nun hieß es das „ergoogelte“ und erfragte Wissen für den optimalen Wechsel abzurufen. Vorbei an den teuersten Rädern die ich je gesehen habe, ging es zu meinen zugewiesenen Wechselplatz.

Rad oder Zeitmaschine?
Rad oder Zeitmaschine?

Die eine oder andere Frage kam dann aber doch noch auf: Hänge ich mein Rennrad genau zwischen Startnummer 754 und 756, oder ist es egal Hauptsache im Bereich vom Schild „754-760“? In welche Richtung schaut das Rad? Ist es egal von welcher Seite ich es zurückhänge? Nachdem die Fragen durch umstehende Teilnehmer beantwortet werden konnten ging es weiter mit der Vorbereitung: Laufschuhe mit Schnellverschluss weit geöffnet und eingepudert herrichten, ebenso die Radschuhe. Dann noch das Startnummernband, sowie Helm und Brille fix fertig vorbereiten.

Neopren? Ja oder Nein?

Dann ging es wieder hinaus Richtung Schwimmstart um die nächste Frage zu klären: Neopren erlaubt oder nicht? Die (eigenartige) Entscheidung des Veranstalters machte dann aber rasch die Runde: Neopren für die Mitteldistanz erlaubt, für die olympische Distanz verboten. War mir aber ohnehin recht, denn bei 24° Wassertemperatur mit Neo nur wegen dem besseren Auftrieb zu schwimmen ist nicht gerade angenehm. Um 12:00 Uhr sah ich dann den Start der Mitteldistanz-Teilnehmer und die Nervosität stieg weiter an. Ich begann dann mit lockeren Aufwärmen, vor allem der Schultern und schwamm mich schließlich ein.

Da strahlte ich noch vor dem Start
Da strahlte ich noch vor dem Start…

Aufgrund der bereits im Vorfeld erzählten Schauergeschichten die sich bei einem Schwimmstart abspielen können, habe ich entschieden mich ins letzte Drittel ganz außen zu platzieren um etwaigen Wasserschlachten aus dem Weg zu gehen.

Die Zeit im Wasser verloren

Punkt 12:45 Uhr erfolgte mit einem lauten Kanonenschlag der Start. Bis ich im Wasser war hatten die ersten bereits die ersten 100m hinter sich, also könnte man meinen eher ein gemütlichere Runde wo ich mich befand – Denkste…

Kaum im Wasser, Ellbogen von rechts, aufschwimmen am Vordermann, halten am Fuß vom Hintermann und zu allem Überfluss hat mich dann auch noch ein/e Teilnehmer/in am Arm gepackt und zurückgezogen, so dass meine teure Garmin-Uhr abgerissen ist und nach nicht mal 50 Metern nun im Pleschinger See ihr Dasein fristen muss. Natürlich versucht man da hilflos noch mal nach der Uhr zu greifen, war aber natürlich nicht möglich, da ich von hinten weiter gestoßen wurde. Zu dem Zeitpunkt wollte ich am liebsten wieder zurückschwimmen und sagen „Danke, mir reichts“.

Wäre aber aufgrund den Piranhas um mich herum wohl ohnehin nicht möglich gewesen, also weiter geht’s Richtung gelber Boje mit lauter weiteren teils unfairen Kontakten im Wasser so dass ich nie in meinen Schwimm-Rhythmus finden konnte. Nach passieren der gelben Boje musste man um die orangene Boje herum wieder zurück schwimmen. Und es ging wieder los… Das Feld schwamm so spitz zusammen und ich mittendrin. An Kraulschwimmen war da nicht mehr zu denken, war aber wohl einigen egoistischen Teilnehmern nicht bewusst und wieder begann das drängeln und antauchen. Dann kam noch dazu, dass ich einen Brustschwimmer vor mir hatte, der eine gefühlte Spannweite von 2 Metern hatte.

Kaum wollte ich überholen, bekam ich eine Hand drüber gezogen. Also verweilte ich dahinter und dachte mir „Hauptsache überleben, geht um nix, gleich hast es. Die holst da dann beim Radfahren“. Obwohl ich von 334 Teilnehmern nur als 247 aus dem Wasser kam, auch da wieder beim Ausstieg ein unnötiger Stoß von Hinten. Kurz danach wartete meine Freundin mit laufender Kamera auf mich. Aufgrund meines hörbaren Ärgers über die Konkurrenz wäre das Video aber nur ohne Tonspur öffentlichkeitstauglich ;-).

Sichtlich verärgert beim Wasserausstieg
Sichtlich verärgert beim Wasserausstieg…
Start der Aufholjagd am Rad

Ab dann hieß es Fokus auf den anstehenden Wechsel zu legen, der gefühlsmäßig fürs erste Mal echt gut funktionierte. Loslaufen mit dem Fahrrad bis zur gekennzeichneten Linie, ab aufs Rad und los geht’s – ohne Uhr ;-). Obwohl ich mit meinem Rennrad keine 300 Kilometer und schon gar nicht viele Höhenmeter abgespult hatte, konnte ich trotz der knappen 600 Höhenmeter auf 45 Kilometer Platz um Platz gut machen.

Vor allem ein zusätzlicher Energieschub wenn du mit deinem 750€-Rennrad von willhaben das eine oder andere futuristische Triathlonrad stehen lässt, noch dazu ohne Triathlonlenker :-). Generell war ich wohl mit meiner Black Pearl eher ein Exote unter den Teilnehmern. Die Strecke selbst war wirklich schön zu fahren, auch wenn der Wind und die Sonne es nicht einfacher machten. Die Beschilderung hätte meinem Empfinden nach durchaus Verbesserungspotenzial. So musste man sich das eine oder andere Mal nach einer Abfahrt extrem einschleifen um rechtzeitig abzubiegen. Natürlich passt dann wieder der Gang nicht.

Wechselzone Rad -> Laufen
Wechselzone Rad – Laufen
Ab auf die monotone Laufstrecke

Zurück in der Wechselzone auf Platz 170 angekommen kurz mal bei der Reihe vertan, war aber kein Problem an einer freien Stelle zu meinen Stellplatz zu wechseln. Rein in die Laufschuhe und raus auf den letzten Teil des Triathlons.. Hier musste man 2,5 Kilometer bis zu einer Wende laufen und wieder zurück – in meinem Fall zweimal. Die Laufstrecke erinnerte mich ein wenig an die Prater Hauptallee… Genauso zach, witzlos und monoton.

Zu allem Überfluss kamen mir auch noch lauter Läufer mit blauen Startnummern entgegen wo du dir denkst, „na serwas wie schlecht bin ich bitte unterwegs?“ Nichts desto trotz konnte ich aber trotz fehlender Uhr ein gutes Tempo finden und laut Ergebnisliste auch hier nochmals einen großen Sprung nach vorne machen, so dass ich nach 02:39:57 und als insgesamt 118 von 334 Teilnehmern meinen ersten Triathlon finishen konnte.

Abkühlen im Start/Zielbereich
Abkühlen im Start/Zielbereich
Finisherfoto Linz Triathlon
Finisherfoto
Ergebnis mit Splits (118 Platz von 327 Finishern bei 334 gestarteten Teilnehmern)
Ergebnis mit Splits (118 Platz von 327 Finishern bei 334 gestarteten Teilnehmern)
Lessons Learned:
  • Beim Schwimmen gibt’s keine Freunde – lernen sich besser zu behaupten und die Ruhe zu bewahren.
  • Keine Schnellverschlüsse bei der Uhr verwenden, die reißen leichter. Auch hier mit einem Schweißband über der Uhr starten.
  • Mehr Trainingskilometer mit dem Rennrad vor allem Höhenmeter.
  • Für eine angenehmere und ergonomischere Haltung Triathlonlenkeraufsätze besorgen.
  • Triathlons mit größeren Seen bevorzugen.
Mein persönliches Fazit

Lässt man mal das Malheur beim Schwimmen außen vor, habe ich mir trotzdem mehr von meinem ersten Triathlon erwartet. Im Start/Zielbereich waren zwar viele Zuschauer und eine gute Stimmung, aber ansonsten war der Triathlon relativ unspektakulär. Vor allem die Laufstrecke und die Schwimmrunde blieben unter meinen Erwartungen. Einzig die Radrunde war schön, wenn auch auf durchgehend befahrenen Straßen.

Ein großen Dank an dieser Stelle an alle die mich angefeuert haben und speziell an die Wasserrettung, welche mich während des Verfassens dieses Textes tatsächlich angerufen haben und einen Tauchgang nach meiner Uhr vorbereiten!

Ich hoffe, dass mein Start beim Südkärntner Triathlon im September über die Mitteldistanz eindrucksvoller wird, ohne dabei meine Uhr durch unnötige Gerangel im Wasser zu verlieren ;-).

Blackpearl und Ich
Blackpearl und Ich

(Rene Biedermann)

 

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