Oberschenkelkiller Kouty – Spartan Race Super 28.05.2016

Für uns ging’s wie immer sehr zeitig in der Früh los. Um 5 Uhr war Treffpunkt am Parkplatz der Excalibur City, Kleinhaugsdorf. Warum auch immer der Himmel so rot leuchtete –es war auf gewisse Weise beunruhigend wenn man wie ich, letztes Jahr beim Spartan Beast in Kouty schon dabei war und somit die Ausmaße erahnen konnte. Wir alle wussten was uns erwarten würde: Eine Menge Höhenmeter, ganz östlich-traditionell viele Hindernisse und, dass man sich streckenmäßig in dem Gebiet sowieso austoben kann, lässt auch die Kilometeranzahl automatisch steigen (da is NIX mit süßen 12 km…).

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Fakt ist, das Morgenrot war trügerisch. Es wollte uns sagen; „Kommt‘s, ihr  süßen, naiven Österreicher. Fahrt‘s nach Kouty. Hier ist es schön warm. Ich hab schon richtig gut eingeheizt. Seht ihr nicht die Flammen gegen Himmel steigen?!“ Meiner Meinung nach hat die Hölle hat dort ihren Eingang.

Wir wählten frühe Startwellen, damit wir alle wieder „früh“, frisch und munter nach Hause kommen würden. Dachten wir zumindest.

Los ging’s. Okay, die Over-Under-Through war leicht zu bewältigen. Auch das 2. Hindernis, die 6ft Wall, ist nicht der Rede wert. –reine Routine. 😉

Dann die erste Steigung. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Wir waren die Spreu. Naja, zumindest von der Elite Heat…

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3.Hindernis: Memory-Test! „GJDF3T“ galt’s für mich im Gedächtnis zu behalten. Mir helfen da immer kleine Geschichten, in dem Fall: „Gibt Jesus Dir Fünf? 3 Times.“ Klingt komisch, hilft aber unheimlich. Und es lenkt ab.

Okay, weiter ging’s. Bergauf –what else?!

Da lief mir doch glatt ein alter Bekannter über den Weg. Der Ferdl! Der Laktat Ferdl, mein alter Freund! Er war übrigens an dem Tag besonders treu, der ließ mich nimma im Stich.

Die Höhenmeter forderten eben ihren Tribut.

Bei ca. km 5: Log Carry –Baumstamm tragen. Unhandlich, mit Spreissln, groß und schwer. Aber wir sind keine Pussys, wir ziehen das Ding durch!

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Die vielen Hindernisse waren meine Freunde, meine Verbündeten. Im Gegensatz zu den Höhenmeter.

Big Cargo, Barbwirecrawl, 7ft Wall, Rope Climb folgten.

Wir bleiben kurz beim Rope Climb. Wie auch im letzten Jahr galt es zuerst in den darunter liegenden Wassergraben zu steigen, um sich dann daraus aufs Seil zu hieven. Es war geil, es war kalt, es war erfrischend UND ich hab den Rope Climb geschafft! *Glockenklingäääl*

Nun gab’s bis hier noch keine Labestation, aber der Durst war riesig. So kam der freudig-plätschernde Gebirgsbach, direkt nach dem Rope Climb, wie gerufen. Nach kurzem Zwist, Vernunft vs. Grundbedürfnis: „Okay, scheiß drauf, wenn ma de Flitzn griagn, dann wiss ma wenigstens wovon.“ Guat is gaunga, nix is gschehn.

9.Hindernis: Sandbags –Was ich noch weiß ist, dass es fast unmöglich war, den prall gefüllten Sack auf den Schultern zu halten, ohne sich komplett zu verspannen. So ein unnötiges schweres Ding! Und dann musst du auch noch den Berg rauf und runter! Nur nicht stehen bleiben…

Den Rest hat glaub ich mein Unterbewusstsein einfach ausgeblendet.

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Es folgten Log Hop, Dunk Wall (Frisch war’s, da waren wir wieder munter!), A-Cargo, Barbwire high, Monkey bar „A“ (Geile Scheisse! Das wollt ich schon immer mal machen!), Invert Wall. Dazwischen gab’s mal Wasser und Saft.

16.Hindernis: Spear Throw –wir waren ca. bei Kilometer 10, als wir (Christina und ich) die ersten 30 Burpees machen durften, eh ein guter Burpee-Schnitt. 😉

(Das nexte Mal hab ich dich, Strohmanderl!!)

Weiter ging’s, die Kilometer laufen sich ja nicht von selbst. 17. Hindernis: Memory Test Finish –Shit, wie war das noch mal mit „Jesus High Five?!“ Neiiin, durchatmen und konzentrieren. „GJDF3T“ –Yesss! Danke und weiter.   Es folgten schier endlos lange Kilometer des Laufens.

Dann, nach einem gemütlichen Hindernis, nämlich über einen Balken balancieren, kam auch schon das ungemütlichste Hindernis: Bucket Brigade. Wir alle kennen es. Wir alle tun es. Wir alle verteufeln es. Kübel mit Steinen anfüllen und eine Runde tragen. Wenn da nicht so Vorgaben wären, wie „carry only in front of you“, wennst eh schon nimma weißt, wie du deine Arme, Hände, Finger halten sollst. Und dann noch diese unmöglich steile Piste, rauf und wieder runter, das waren ja fast Klettersteigbedingungen (zumindest in meiner Erinnerung).

Und weil wir es ja eh noch nicht in den Armen und Händen spürten, kurz darauf das Hercules hoist und Atlas Carry.

Da, wo voriges Jahr beim Spartan Beast noch ein zweites Rope Climb zu bezwingen war, ging’s dieses Mal ohne Hindernis voran. Ich wusste, jetzt ist es nicht mehr weit bis zum Ziel. Bei km 15,5 war dann das Cargo Net gespannt (zumindest oben war’s gespannt, unten lose, was nicht gerade für Sicherheit sorgte) Nach kurzem Hosenschissmoment in ca. 4 Metern Höhe, ging‘s aber auch schon weiter. Die Volunteers leiteten uns in den eisigen Gebirgsfluss, wo wir nach anstrengenden 40-50 Metern Wassergestapfe noch zum Barbwire in a stream gelangten. Jaaa, noch mal so richtig schön nass und kalt machen, den Stacheldraht richtig niedrig spannen, dass auch garantiert jeder mal einen Tauchgang einlegen muss.

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Wieder raus aus dem Fluss, ging‘s sozusagen auf die Zielgerade. Könnte man glauben, hätten sie sich nicht die besten Hindernisse bis zum Schluss aufgehoben. Multirig. Nach dem fast kläglich gescheiterten Versuch, die Hände trocken zu bekommen und wieder halbwegs Betriebstemperatur  zu erreichen, hieß es Hintern zusammenzwicken und los: erst eine Längs-Stange, dann Ringe –bis hier haben wir’s noch immer geschafft- ABER DANN: Seile mit Knoten. Erstes Seil, kein Problem. Zweites Seil… Shiiit.

30 Burpees.

Es folgte die Traverse Wall. Weitere 30 Burpees. Warum auch immer, ich hab’s einfach nicht mehr um die zweite Ecke geschafft. Die Unterarme und Hände wollten nicht mehr ganz so wie der Kopf. Shit happens. So kam ich doch noch auf meine insgesamt 90 Burpees…

Dann noch schnell einen Traktorreifen hin und her drehen.

Die 8ft Wall zum Schluss war noch ein gefundenes Fressen für uns. Rauf, drüber und dann war er auch schon da: Der heißersehnte FIRE JUMP! 😀

Finish nach 4 Stunden 26 Minuten und a paar Zerquetschte.

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Fazit: Kouty, wir haben eine Hassliebe zu dir entwickelt und werden nächstes Jahr bestimmt wieder kommen. Auch wenn wir die Höhenmeter (und es waren auf 16,6km immerhin knappe 1200!!!) nicht unbedingt lieben und es eher einem Beast gleich kam als einem Super, es war verdammt geil und wir sind alle gsund wieder nach Hause gekommen. See you 2017!

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Kouty Ergebnisse

(Lisa Schiefer)

Bilder: hier

Ergebnisse:  hier