Spartan Oneday Trifecta Taranto (Italien), 20.10.2018

Als Zielsetzung meines ersten Renn- und Laufjahres wollte ich meine 10x Trifecta eigentlich in Polen vollenden. Jedoch machten uns die Veranstalter vor rund 3 Monaten einen Strich durch die Rechnung und cancelten einfach mal so das Trifecta Weekend. So musste dann eine angemessene Lösung für mein „Problem“ her. Nach akribischer Suche und Kontrolle verschiedenster Termine, stieß ich auf die „Oneday Trifecta“ in Italien, dem Stiefel Europas.

Die Reiseplanung wurde mit einem Mitglied der befreundeten „Steeltown Spartans“ -> Timo und dem super sympathischem Maxim aus Deutschland durchgeführt. Die Planung war recht simpel, jedoch die Flugpreise zum nächsten Flughafen in Bari gestalteten sich definitiv zu einer Frechheit. Einzig die Preise von Mietautos besserten unsere Laune (44€ inkl. Vollkasko) und noch dazu ein für Italien schönes Apartment nur etwa 10min vom Gelände entfernt. Vor Ort stellten wir dann erfreut fest, dass sich direkt unter unserem Apartment ein Sushi „All you can eat“ Lokal mit unglaublicher Qualität befand … Stimmung gerettet 😊

Oneday Trifecta Taranto

Samstag = Raceday

Nicht allzu früh weckte uns mein nervtötender Wecker im warmen Italien, denn der erste Lauf wurde in der Elite gestartet und diese wurde erst gegen 09:00 Uhr auf die Strecke losgelassen. Timo und ich starteten deswegen in der Elite Wertung, da wir beide verletzt waren und so einfach mehr Zeit brauchten, Maxim startete kurz hinter uns in der AG Wertung.

Am Gelände angekommen, hatten wir bereits 20°C und der Wetterbericht sagte zudem noch, 25°C+ für den Nachmittag an. Das Gelände war gut überschaubar und es war reichlich von allem da. Im Zielbereich war eigentlich alles abgeriegelt bzw. stand nur das Multirigg und ein A-Cargo im unmittelbaren Kerngelände und Sichtbereich. Dies kam daher, dass der Rest des Geländes sich auf militärischem Sperrgebiet befand und so bewacht wurde. Was jedem sofort auffiel, waren die vielen Gelsen (Moskitos) die im Sekundentakt zustachen. Ohne Mückenspray ging nichts … natürlich hatte keiner von uns eines mit und somit mussten wir uns welches ausborgen. Tagsüber wie auch Nachts wären wir sonst sprichwörtlich aufgefressen worden.

Auch Italiener können sich vorbereiten

Im Vorfeld konnte man schon gut erkennen, dass es die Italiener ernst meinen. Es wurde 1 Stunde im Vorhinein akribisch aufgewärmt, wobei wir lieber den Schattigen Baum in Anspruch genommen haben. Kurz vor 09:00 Uhr … Es wurde der Elite Heat zum Start gerufen, wobei beim Einlass nicht auf ein einziges Band geguckt wurde (beim Start schon das erste Mal beschissen, Viva Italia) somit war es egal wer da hinein ging. Mir wurde auch am selbigen Tag von der deutschen Zeitnehmungskoordinatorin berichtet, dass es auf gut deutsch *sch… egal* sei, wann du in eine Startwelle gehst, weil disqualifiziert deswegen wird keiner.

Oneday Trifecta Taranto

Für das kleine italienische Volk hatten sie auch keine Wand in den Einlass zum Startblock, sondern eine „Throw“ Wall dort stehen, sodass auch wirklich jeder durchkam 😊. Den Italienern muss man aber eines lassen, Nationalstolz haben sie. Lautstark wurde mit der italienischen Nationalhymne die letzten Minuten eingeläutet und es war schon ein Gänsehautmoment, wenn lautstark um dich alle ihre Hymne mitsingen, denn deren Text ist grenzgenial.

Start zum Beast

Der Start verlief zwischen Menschenmengen die lautstark mitgefiebert haben und augenscheinlich ging es mal Richtung Meer, wo wir Anfangs klassische Hindernisse wie: Walls, Over-Under-Through´s , 3x die waagrechten Holzbalken,… hatten. Dicht gefolgt von einem Crawl in Richtung Dunk-Wall, wobei da 30-40cm zwischen Holz und Wasser war, also war das eher mehr Wall als Dunk.

Anschließend gings mit dem Sandbag auf einem schier endlosen Steg ins Meer hinaus und wieder ewig zurück. Die Sonne strahlte uns schön aufs Haupt und die Moskitos begleiteten uns den ganzen Tag über, fast perfekte Urlaubsbedingungen oder? Vorweg zu nehmen, Labestationen gab es gut positioniert und ausreichend, wie diese auch reichlich von Wasser und Bananen bestückt waren. Der Memory Test bereitete mir gleich im Anschluss Sorgen, da wieder einmal die Europäischen Codes hingen. 2 Zahlen Kombinationen und einem griechischen Wort … noch nie so einen dummen Code erhalten wie bei diesem Beast.

Slippery Wall

Sie schickten uns allmählich weiter zur Z-Wall wo einige der Elite Läufer pumpen mussten und danach ging es in 4 Wassergräben. Richtig lehmiger Boden, brusthohes Wasser aber richtig geil und im Anschluss eine Slippery Wall die wirklich verdammt Slippery war. Einige Läufer vor uns rutschten hier wieder und auch ich hatte ordentlich zu kämpfen das es mir nicht auch so erging. Ein paar Meter später war eine Art *Gerüst* aufgebaut um eine Mauer zu überwinden. Die Trittsprossen waren für mein Gefühl sehr weit auseinander zudem war es war steil, hoch und einfach nur extrem rutschig da alles voll mit Schlamm war.

Oneday Trifecta Taranto

Wir haben während des Laufes noch untereinander diskutiert, dass er hier richtig gefährlich werden würde, wenn das Hindernis auch bei Super und Sprint Teil der Strecke sein würde. Für die vielen ungeübten Open Heat Läufer würde das wohl unweigerlich zum Absturz führen. Es lagen weder Matten noch Heu darunter … es war einfach nix dort, nicht mal ein Volunteer war dort. Beim Super geschah es dann wie befürchtet. Eine Frau stürzte direkt vor uns ab und schürfte sich das gesamte Gesicht auf und blutete zudem auch am Kopf.

Tja, es tat uns um die Frau leid, jedoch bei mehrmaligen Daraufhinweisen das das Hindernis zu gefährlich sei und es solle „umgangen“ werden, juckte es dem Volunteer nicht und er war mit der Situation überfordert, als die Frau vor seinen Beinen zusammensackte.

Schier endlose dürre Felder

Die Schmerzen in meinem Knie wurden immer größer und wir mussten nach 5km das erste Mal einen kleine Gehpause einlegen. In der Ferne erblickte man schon den Sled, Herc-Hoist und den Bender. Alles easy gegangen und weiter gings Richtung Olivenbäume die sich soweit das Auge reichte erstreckten. Dort verloren wir den Anschluss zur Gruppe und gingen zu zweit den Markierungen, wenn es mal welche gab, entlang und folgten ihnen. Die Aussicht war grandios und wir konnten mal einen Lauf genießen ohne jeglichen Druck, denn wir waren eher mehr wie Wandertouristen die Hindernisse überwinden.

Die nächste Startwelle näherte sich uns und wir gingen immer weiter gerade aus bis wir dastanden und keiner wusste wohin es ging, weil auf einmal keine Bänder mehr ausgehängt waren. Kommando retour und es ging auf Streckensuche mitten im unwegsamen steinigen Gelände Italiens.

Oneday Trifecta Taranto

Unwegsam

Wieder auf der richtigen Spur, kamen wir zur Slackline dicht gefolgt vom Atlas Carry wo es danach immer weiter ins unwegsame steinige Gelände ging. Es war ein schier endloses Militär Areal mit ein paar schönen alten Bauten und es gab viel zu sehen, gehört auch dazu. Bei rund 13 Kilometer zogen wir eine Schleife und es ging schätzungsweise mal wieder Richtung Ziel. Die Strecke im Hinterland wurde mit allen erdenklichen Spartan Race Hindernissen zugepflastert und es wurde auch noch ein 2. Sandbag Carry eingebaut bei der Kehre.

Oneday Trifecta Taranto

Auf unseren Weg zurück zum Start, kamen wir dann zu einer recht harmlos aussehenden schwarzen Holzwand. Alles kein Problem dachten wir uns, jedoch pumpten unzählige Leute ihre Burpees ab. Bei näherer Betrachtung stand die große 3m Wand zusätzlich gut 50cm in der Luft und der Volunteer meinte: „ Just one try or 30 Burpees“.

Jetzt wurde uns klar wieso die kleinwüchsigen Itaker pumpen mussten. Mit Respekt angelaufen und schön hochgekommen, was mich dennoch wunderte, weil die Wand war verdammt hoch. Wir waren uns aber einig, dass wir in unserer diesjährigen Laufsaison vor keiner höheren Wand standen bzw. das es noch nie eine Wand gab, mit nur einem Versuch. Aber anderes Land, leicht veränderte Regeln aber das kennen wir ja zu gut von diversen anderen Ländern.

Alles gut, so let‘s Twist again

Der Twister war wieder so ein 50/50 Hindernis, wo ich nie weiß, reicht die Kraft oder reicht sie nicht. Dennoch wie erhofft die Glocke geläutet und schon kreuzte der Weg mit der Strecke wo Anfangs die Wassergräben auf uns warteten.

Tyrolean Traverse, der Name unseres nächsten Obstacles. Wobei die Seile so lasch gespannt waren, dass die Leute noch vor der Mitte teilweise am Boden streiften. Der kluge Junge kam erst im Super drauf sich einfach selbst das Seil mit den dort hängenden Ratschen nachzuspannen und so kämpfte auch ich damit nicht am Boden zu streifen.

Oneday Trifecta Taranto

Nicht mehr allzuweit war das Ziel entfernt, denn man hörte schon Musik und man roch wieder die salzige Luft des Meeres. Es gab dann eine nette kleine Runde Chain Carry die aber nicht wirklich langwierig ausfiel und in 3-5min bei normalen Tempo absolviert wurde. Nachfolgend dann wieder einen Weg entlang zwischen Militärflugzeugen- und Hubschraubern hindurch, bis wir bei einem „Metall – Klotz“ ziehen ankamen.

Meer

Oneday Trifecta Taranto

500m danach kamen wir zum „Stairway to Sparta“ an dem im Anschluss es dem Meer entlang zu laufen galt in Richtung Balancebeam. Dieser war aber „Europe-Style“ OHNE Hände natürlich. Direkt zur nächsten Labe nochmal eine Banane geballert und in das kleine Waldstück vor dem Ziel wo noch: 3m Wand, Seil, Memory Abfrage, Inverted und Speer auf uns warteten. Ich hatte überall Glück bzw. war bis dato Burpeefrei, nur Timo hat es diesmal beim Speer erwischt.

In der überschaubaren Zielarena eingetroffen, nochmal schnell über das A-Cargo drüber und einmal vors Multirigg gestellt, um zu schauen, wie es die Konkurrenz angeht. Es war für mich das erste Mal, dass ein Multirig Reifen hängen hatte, gefolgt von der schrägen Stange, 3 Seilen und 4 Spartan Griffen.

Oneday Trifecta Taranto

3…2…1…Multi und Finish

Ich entschloss mich es einfach zu probieren und es war kein Problem und die Glocke läutete zum letzten Mal  in diesem Beast. Timo hatte wieder einmal nicht so viel Glück und musste wie ein Ehrenmann ( Viktooor ) seine 30 Burpees runterpumpen. Für mich war das Rennen wieder einmal Burpeefrei.

Start Super

Die Strecke verlief gleich wie beim Beast, nur wurde beim Bender die Strecke verkürzt und es ging direkt vom Bender in Richtung 3,5m hoher Holzwand die wieder mit einem Versuch zu schaffen war.

Um es kurz zu machen, es war noch immer heiß, es waren dieselben Hindernisse wie beim Beast, selben Voluntäre, es war einfach alles gleich nur kürzer und noch einmal erwähnt, es war verdammt heiß, haha. Auch dieser Lauf fiel wieder Burpeefrei für mich aus.

Start Night Sprint

Nachdem es egal war, wann wir starteten, nahmen wir uns die erste Night Sprint Welle vor, was sich vermutlich hunderte andere auch dachten und der Massenstart und lange Zeiten waren vorprogrammiert. Mit Stirnlampe und Warnweste ging es zum Start, wo wir ein kurzes Pläuschchen mit dem Juggernaut hatten.

18:45 in Italien…

Die italienische Nationalhymne ertönte wieder und die Leute flippten komplett aus und sangen in der Abenddämmerung  ihre Hymne, was wieder ein sozusagen finales Highlight für mich war.Oneday Trifecta Taranto

Der Start verlief wieder spektakulär durch Menschenmengen die seitlich standen und eifrig applaudierten. Die Streckenführung verlief gleich bis zur Slippery Wall, wo dann direkt zur Tyrolean Traverse abgeschnitten wurde. Wie durch ein Wunder, war die Dunkwall zuvor bumvoll mit Dreckswasser und natürlich wurden wir nochmal ordentlich durchnässt. Es war mit meiner 3€ Stirnlampe sehr schwer etwas zu sehen, denn wir sind kurz vor Abflug nochmal draufgekommen, da war noch was und natürlich alles zu Hause vergessen, somit musste mit billigem „Glumpert“ vom 1€ – Shop Abhilfe geschaffen werden.

Tipp von mir: Alles einpacken 😊

Das Multirig zum Schluss, brachte mich dann doch noch zu Boden, denn zuvor beim Super, riss ich mir meine Handflächen auf und musste mit einem Handschuh das Rig versuchen. Natürlich kurz vor der Glocke bei den Griffen mit dem nassen Handschuh abgerutscht und es ging an die ersten Burpees.

Der Zieleinlauf war für mich wie als würden 1000kg von meinen Schultern fallen und ich habe mein Ziel erreicht und alle Rennen der Spartan Race Serie geschafft die ich mir vorgenommen hatte und somit meine 10x Trifecta verdient geholt.

Oneday Trifecta Taranto

Fazit der Oneday Trifecta

Flache Strecke, 44km, 430hm, steiniges und unwegsames Gelände mit extremen Umknick-Bedingungen bei fast jedem Schritt in der Pampa. Voluntäre freundlich, Preise dort voll ok. Ich würde es weiterempfehlen, wenn Ihr: eine Safe Trifecta wollt die Easy Going in einem Tag mit nicht notwendiger Weise laufend drinnen ist, euch ein Beast fehlt oder dergleichen.

Ich persönlich würde nicht wieder hinfliegen, wenn mir nicht eines der oben genannten Dinge fehlt. Alles in allem OK aber nein danke zu einer neuerlichen Teilnahme. Für mich war die Streckenführung recht lasch und es wäre deutlich mehr in der Streckenplanung drinnen gewesen. Beim Durchhören anderer Teilnehmer, traten dann auch gleiche Antworten/Kritikpunkte hervor.

Grüße vom Land

Markus „Metallsammler“ Simon

Ergebnisse: hier

Fotos: hier

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