Wildsau Dirtrun Wien Extreme 20+, 26.05.2018

Die Wildsau Hindernislaufserie gibt es nun schon seit etlichen Jahren in Österreich. Für Neulinge die vielleicht mal einen X-Cross Run mitgemacht haben oder solch einen Gatschlauf einmal zum Spaß laufen wollen, ist eine Wildsau die ideale Anlaufstelle. Im Vergleich zu einem X-Cross kommen neben einer höheren Anzahl an Hindernissen und einer gehörigen Schlammpackung auch noch Höhenmeter hinzu.

Für diejenigen mit mehr Erfahrung und/oder Leidensfähigkeit gibt es bei der Wildsau die Stufen Advanced (10+ KM mit 2 Runden) und Extreme (20+ KM mit 4 Runden) als Option. Da ich bereits „Wildsäue“ in der Kurz- und Mitteldistanz absolviert hatte, galt es nun noch die Langdistanz erfolgreich in Angriff zu nehmen. Die doppelte Wildsau-Medaille fehlte noch in der Sammlung. Dem leider erfolglosen DNF beim Celtic Warrior 30+ sei Dank, habe ich mich aus purem Trotz dann für die Extreme Wertung in Wien angemeldet.

Vor dem Start

So ging es dann zu angenehmer Stunde (08:45 Uhr) Richtung Marswiese im 17ten Bezirk, die Anmeldung ging dank bereits hochgeladener Unterlagen reibungslos vonstatten. Meine Frau nahm die Advanced-Distanz in Angriff und auf der Extreme Distanz gesellte sich nebst Vereinskollegin Johanna sogar noch unser Vereinschef Andreas überraschend zu uns. Er kannte die Strecke in Wien noch nicht und hatte sich, genau wie Johanna, erwartungsgemäß auch für die 4 Runden angemeldet. Erfreut wusste ich nun, dass ich zwei Laufpartner an der Seite haben würde.

Der Start war für 11:15 Uhr angesetzt und pünktlich ging´s los…

Hindernisse – Höhenmeter – Hindernisse

Gleich zu Beginn war an der Tribüne vorbei ein Holzhindernis zu überwinden, bevor wir dann in ein Wasserbecken hüpfen durften, um über eine Leiter in einer Röhre dann wieder raus zu klettern. Unter einem Netz und danach einer Röhre durch ging es zu einem Netz, das überklettert werden musste. Der Pulsschlag hat hier gleich schon Mal deutlich am Hals angeklopft. Danach eine kleine Kehre, wobei man kurz durch einen Bach musste und jene Röhre, welche vorhin durchgekrochen wurde, war nun oben zu überqueren. Kurz um die Ecke, dann ab in einen weiteren Bach. Dieser wurde etwa 250m durchlaufen, bevor wir dann in den Wald abgebogen sind.

Monkeybar

Hier hatte die Streckenführung dann einige Höhenmeter (am Ende waren es ca. 230 HM je Runde) eingebaut, welche uns durch den Wald hinauf und dann hinunter auf eine Wiese führte. Nach deren Überquerung ab durch einen Container gefüllt mit Autoreifen. Nun waren wir auf der Schwarzenbergallee, einer beliebten Spaziergeh- und Wanderstrecke, angekommen. Neugierige Zuschauer gab es genug. Ab zum Ape Hanger (eine Strickleiter musste unten hängend bezwungen werden) und danach zu senkrecht hängenden Strickleitern, wobei oben angekommen ein Baumstamm überklettert wurde. Danach noch über ein Holzgerüst klettern und knapp über den Boden hängende Strickleitern zu überqueren.

Hier muss ich leider anmerken, dass der Hindernisaufbau platzierungstechnisch besser hätte gelöst werden sollen. Da die Hindernisse Ape Hanger und senkrechte Leitern gemischt und in deutlichen Abständen aufgebaut waren, kam es vor allem bei Neulingen zu Missverständnissen. So haben Fun-Läufer (also 1 Runde) mehrere Leitern bzw. Strickleitern gemacht, weil sie aufgrund der Abstände gedacht haben, es wären mehrere Stationen.

Rauf auf den „Berg“ und wieder runter

Weiter ging es zu einer Bergauf-Kriechpassage und über eine Wiese hin zum Sandbag Carry. Hier musste der zugegebenermaßen sehr leichte Sandsack eine kleine Runde getragen werden. In der ersten Runde waren wir Extreme-Läufer wohl etwas zu schnell, es waren nämlich noch keine Sandsäcke da 😉 Nun wurden erst recht Höhenmeter gemacht, es ging Schritt für Schritt Richtung „Gipfel“, auf welchem dann eine Labe wartete. Es gab Iso, Wasser, Bananen und Müsliriegel. Gestärkt machten wir uns dann an den Abstieg, wobei Johanna hier mal kurzfristig weggedüst ist, bergab hatte man(n) da keine Chance 🙂

Beim nächsten Hindernis, eine Brücke über- oder unterqueren, hat sie dann auf uns gewartet. Danach weiter zurück Richtung Schwarzenbergallee haben wir zuerst über hängende Seilschlaufen (so wie im Klettergarten) ein Wasserloch überquert und dann zwei Container, halb gefüllt mit Erde, bezwungen, welche per Holzstämmen miteinander verbunden waren.

Bald geschafft

Auf dem Weg hinunter Richtung Ziel an der zweiten Labe vorbei zu den Slacklines. Es folgte eine Konstruktion, anderer man an einem Seil hochklettern musste, dann in der Luft zwei Baumstämme und danach ein weiteres Seil wieder hinunte. Das war eine recht trickreiche Angelegenheit. Als nächstes ging es zur Tyrolean Traverse (unten am Seil hängend von Baum zu Baum klettern).

Oben oder unten?

Nach erneuten Slacklines kam eine weitere Kriechpassage und dann auf dem Boden montierte Balancebalken. Zumindest haben wir diese so aufgefasst, in Runde 3 wurden wir dann darauf hingewiesen, dass wir drunter durchkrabbeln sollten – eine gatschige Angelegenheit. Dann noch kurz im Bach die Schuhe reingewaschen ging es schon in die Zielgerade, wo noch längs angelegte Monkeybars warteten. Ab durchs Ziel und auf geht’s in die zweite Runde…

Repetitiv aber cool

Natürlich hat sich in den kommenden 3 Runden an der Strecke nichts geändert, außer dass sie dank der anderen Starter zunehmend voller wurde. Aber ein freundliches „darf ich vor, bin 20er Läufer“ hat immer sofort gereicht, um vorgelassen zu werden. Es war einmal eine andere Erfahrung, eine Strecke mehrmals zu laufen. Wenigstens weiß man dann immer schon, was noch auf einen zukommt. Nur der Sandbag Carry hat uns dann überrascht 😉

Da die Strecke dieses Jahr um 1km kürzer ausgefallen ist, kamen wir schon nach knapp 25km freudestrahlend ins Ziel. Also mich hat das ehrlich gesagt nicht gestört. Die extremst geile Doppelmedaille abgeholt, das alkoholfreie Finisherbier (herrlich kalt) abgestaubt und schnell unter die Dusche, welche schön warmes Wasser bereithielt.

Johanna hat haushoch die Frauenwertung für sich entschieden, Andi hat den weißen Fleck Wildsau Wien auf der Landkarte getilgt und ich habe damit alle 3 Distanzen auf meiner Bucketlist abgehakt.

Finisher Wildsau Wien

Mein Fazit zur Wildsau

Der Wildsau Dirtrun Wien war grundsätzlich wieder top organisiert, die Anmeldung ging leicht vonstatten, es gab gutes Catering, einige Werbestände, Musik und eine Siegerehrung. Die Strecke war schön ausgesucht, aber die Hindernisse hätten vor allem für die Neulinge mehr Erklärung (soll heißen Volunteers) nötig gehabt. Ansonsten ist die Wildsau sowohl für unerfahrene Läufer als auch jene, welche mal einen längeren bzw. langen Hindernislauf bestreiten möchten, ein guter Tipp.

(Martin Schnecker)

 

Ergebnisse: hier

Bilder: hier