Windsor Trifecta Wochenende (UK), 06. und 07.10.2018

Samstagmorgen, etwas außerhalb von London, nahe des Windsor Parks. Nach einer erholsamen Nacht erlaubte ich mir einen Blick aus dem Fenster und dachte – ja es wird ein wunderbares Beast mit etwas Regen. Naja wie sollte es auch anders sein in England im Oktober.

Nach dem mittlerweile zu einem Ritual gewordene Anziehen des Laufgewandes und einem wunderbaren Frühstück in unserem Hotel, ging es zu Fuß zum Startareal, welches sich nur unweit von unserer Unterkunft befand. Beim Herausschreiten aus der Hotellobby wieder ein Gedankenblitz – Ja es wird ein wunderbares Beast Rennen mit etwas Regen und Wind und gefühlten 5 Grad.

Windsor Beast

Nach einer halben Stunde Gehzeit zum Startgelände ging es recht zügig durch die Registrierung und durch das Merchandisezelt in die eigentliche Arena. Aufgrund von, nennen wir es mal höflich, Verbesserungspotential bei der Abwicklung von Trifecta Startern, bekamen wir trotz einer mehr als 1 Jahr im Voraus getätigten Anmeldung 13:00 Uhr als Startzeit zugeteilt. Sei wie es sei, wir suchten uns ein trockenes Platzerl in einem Zelt und vertrieben uns die Zeit bis zum Start.

Start in ein nasses Beast

Im Gedränge des Startblockes von 13:00 Uhr standen wir schon recht durchfroren aber dank eines Regenponchos zumindest nicht nass. Auf einem kleinen Podest vor uns stand ER … der sehr spärlich bekleidete Halbgott mit einem Cape und einem Spartaner Helm. Spartan Phil ist aber viel mehr als ein Maskottchen der für Fotos posiert. Er ist ein begnadeter Aufwärmer der vor allem das Zwerchfell schnell auf Betriebstemperatur bringt.

Mit kessen Sprüchen und unterstützt von einem Kollegen aus der British Military Fitness Riege, wurde wir humorvoll und auch klassisch (Squads und Burpees) aufgewärmt. Kurz nach 13:00 Uhr ging es dann auch schon los. Wir hatten uns in den vorderen Reihen des Startblocks eingereiht, um nicht bei zu erwartenden Engstellen warten zu müssen … dies erwies sich als eine goldrichtige Entscheidung 😊

Windsor

Die Strecke

Die ersten Kilometer verliefen sehr flach in einem steten zick-zack durch den Wald. Deftige Gatschlöcher wechselten sich mit kleinen Wänden, der Cargonetzpyramide, 3 größeren Wänden und dem O-U-T an. Bereits auf den ersten Kilometern konnte man schon den weiteren Verlauf der Strecke erahnen. Ab sofort hieß es: links rechts – rauf – links rechts – runter – links rechts – rauf runter – links rechts – links rechts.

Aufgelockert wurde das Hakenschlagen durch alle Hindernisse des Spartan Sortiments, die sich gut verteilt auf der gesamten Strecke fanden. Die bei Spartan Race England anscheinend sehr populären Trageaufgaben, wurden nach etwa 5km mit dem Kübel begonnen.

Windsor

Die Kübel in England sind mit einem Deckel verschlossen was wohl einer „spontanen“ Gewichtsreduzierung auf der Tragestrecke vorbeugen soll. Naja, das ist prinzipiell ja gut gedacht, wenn man aber den Deckel leicht abbekommt folgt was folgen muss … selbst auf dieser kurzen Tragestrecke waren einige Abschnitte gut geschottert und von einigen liegengelassenen Kübeln gesäumt.

Regen, noch mehr Regen und Wind

Zeitweilig fühlte man sich sehr an die Erzählungen von Forrest Gump aus dem gleichnamigen Film erinnert … prasselnder Regen, Nieselregen, Regen der von der Seite kommt, Regen der von unten kommt 😊. Ein stetiges auf und ab auf butterweichen Waldböden durch den Windsor’schen Park bot zwar landschaftlich keine großen Reize, war aber eine sehr gelenkschonende Laufstrecke.

Windsor

Der Streckenverlauf erinnerte alles in allem stark an den Heimweg einer stark alkoholisierten Person. Es gab so gut wie keine geraden Laufpassagen. Recht unschön empfand ich einige der offenbar ortskundigen Engländer. Diese ließen es sich nicht nehmen ein paar Streckenteile abzukürzen. Dies fiel mir auf, da ich ein paar Personengruppen wiederholt überholte.

Die letzten 2 Kilometer

Nässe und Kälte setzten uns Läufern mit zunehmender Strecke doch deutlich zu und so stieg die Zahl der schlotternden und leider auch der hindernisverweigernden Spartaner stetig an. Die letzten 2 Kilometer des Beasts begannen mit dem Atlas Carry. Der Atlas Carry macht in England seinem Namen alle Ehre. Hier erwartet die Herren der Schöpfung eine 50kg schwere Betonkugel. Diese erwies sich für den Großteil der Starter als unhebbar und so zogen viele auch hier einfach weiter.

Nach dem Atlas Carry ging es nahtlos über ins Stacheldrahtrobben um dann gleich auf herrlich lange Monkeybars zu klettern. Die Musik aus dem Festivalgelände wurde immer lauter und mit bereits knapp 21km auf der Uhr war klar, das Ende ist nah. Im Zielbereich hatte man dann noch eine sehr griffige Slippery Wall, den Plate Drag, den Speerwurf, den Herc Hoist, 2 Mauern und den Stairway to Sparta zu bezwingen bevor es über das Feuer ins Ziel ging.

Windsor

Fazit

Aufgrund der Kälte und des Dauerregens war ich, nach gut 3,5h froh im Ziel zu sein. Alles in allem war das Beast eine durchaus leichte Übung die aufgrund der fehlenden Höhenmeter recht schnell erledigt war. Die Tragehindernisse (Reifen, Sandsack, Baumstamm) hatten es in sich. Die Verpflegung mit Wasser / Energietee und Gummizeug war ausreichend aber nicht spektakulär. Landschaftlich hatte der Forst auch nicht wirklich was zu bieten. Wer also ein Beast in seiner persönlichen Bestzeit laufen möchte – hier hast du die Möglichkeit. Der Rest ist eher Durchschnitt und nicht sehr sehenswert.

Tag 2 – Super und Sprint

Wie in der Einleitung vom Beast schon angemerkt, hatten die Engländer es nicht so mit der sinnvollen Verwaltung von Trifectawochenendstartern. Es gab keine gesonderte Anmeldung und so wurden die Startzeiten nach freiem Gutdünken vergeben. Hatte bei uns den Effekt, dass wir Startzeiten für den Super um 12:00 und für den Sprint initial um 14:14 zugeteilt bekamen. Tjo nebst dem Umstand, dass es dann noch zu einer Verlegung der Sprintstarzeit auf 16:15 Uhr kam, war auch unsere Laune so nicht besonders gut. Glücklicher Weise war es aber vor Ort problemlos möglich auf frühere Startwellen umzubuchen und so konnten wir unseren Tag 2 vernünftig absolvieren.

Auf dem Weg zur Trifecta

Da sich die Strecke nicht von dem grundsätzlichen Verlauf des Beast am Vortag unterschied, fasse ich nur das Wesentlichste zusammen. Der Regen und die Läufer des Vortages verwandelte etliche Stellen in gewaltige Schlammpassagen. Dieser Umstand versetzte vor allem beim Sprint die sehr zahlreichen und sehr unbedarften StarterInnen zu blankem Entsetzen. Die hübschen Fitnessoutfits und farblich abgestimmten Schühchen waren schnell total eingesaut.

Die Hindernisse vom Beast wurden nicht versetzt, somit wurden mit abnehmender Strecke auch deren Anzahl weniger. Wenigstens zeigte sich am Sonntag das Wetter von seiner angenehmen Seite und gab der Strecke mit Sonne einen frühlingshaften Charme.

Windsor

Fazit zum Trifecta Wochenende Windsor

Windsor ist eine durch die Nähe zu London resp. zum Flughafen Heathrow sehr bequem erreichbare Veranstaltung. Durch das für englische Verhältnisse recht günstige Hotel Hilton, welches auch ein All-You-Can-Eat Buffet bietet, wohnt man sehr nahe am Gelände und spart sich so einiges an Zeit und Nerven. Die Schwierigkeit von Windsor kann man wohl am Besten als Einsteiger beschreiben. Sanfte Anstiege über 23km mit in Summe 200HM machen hier ein Beast bzw. ein Trifecta Wochenende vergleichsweise locker schaffbar. Was sich deutlich von Spartan Races in Kontinentaleuropa abhebt ist das Merchandise Angebot. Ein ganzes Zelt voll mit aktuellen Goodies für Papa, Mama und die Kids, lassen die Kasse bei den Veranstaltern zusätzlich gut klingeln.

Die Streckendaten in der Übersicht:
BEAST – 23KM mit rd. 200HM
SUPER – 14KM mit rd. 130HM
SPRINT – 7KM mir rd. 80HM

11 union dirtrun.company AthletInnen traten an und 11 Trifectas kamen heim nach Österreich.

(Thomas Leitinger & Florian Zuschnig)

Ergebnisse: hier

Fotos BEAST: hier

Fotos SUPER: hier

Fotos SPRINT: hier